Die Geschichte von Drosa

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Urkundlich wird Drosa erstmalig 964 als Besitztum des Klosters Gernrode erwähnt. Damals als Drosege bezeichnet, später Droseke, was einige Philologen deuten als "am Wege" oder "an der Straße" liegend (Droze=Straße, Weg). Einige leiten den Namen Drosa aus dem Slawischen ab, andere aus dem Deutschen.
Es ist wohl von Groß- und Kleindrosa geschrieben, wobei auch die Auffassung vertreten wird, dass Kleindrosa Wüstung wurde.
1145 wird Drosa urkundlich as Drogonize im Nienburger Kloster genannt. Es sind Namen wie Drogonize (1179 u. 1205), Drogewitz (1239), Drognitz (1240), Drognze (1268) danach Droze in Urkunden u. a. zu finden.

Die Hermunduren sollen ihr Siedlungszentrum in Köthener Land gehabt haben. Sie drängten die Römer zurück. Kriegerische Auseinandersetzungen folgten bis ins 7. Jahrhundert. Danach erfogte die Besiedlung durch die Sorben. Ende des 9. Jahrhunderts wird unser Gebiet dem Fränkischen Reich angegliedert. Ortsnamen slawischen Ursprungs sind bis heute erkennbar.
In der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts setzt Heinrich I. zahlreiche Burgwarde, so z.B. in Wulfen ein. Im 12. Jahrhundert entsteht ein dichtes Netz von Pfarrkirchen. In der Kirche zu Drosa soll laut "Die Geschichte Anhalts von Johann Christoph Beckmannen 1833) in einem Bogen die Jahreszahl 1199 stehen. (mehr dazu unter Geschichte der Kirche)
Im 12. Jahrhundert wird das Geschlecht der Askanier genannt. Sie errichten keine große territoriale Herrschaft. Stattdessen tritt das Erbrecht unter männlichen Nachkommen ein und damit die Teilung. Der Norden gelangt zum Stift Magdeburg.
So hatte Drosa 1362 und 1370 Zins an die Domprobstei Magdeburg zu liefern.
Wäschke schreibt, daß 1365 das Dorf vom Fürsten für 180 Mark an mehrere Käufer aus Schraplau und Wanzleben wiederkäuflich veräußert wurde.
1458 wird es für 42 Mark Silbers verpfändet.
1531 wird Drosa als adliges Dorf ausgewiesen.

Um 1600 gehört "Drosa zum Amt Wulfen".
Der 30-jährige Krieg (1618-1648) hinterließ seine Spuren auch in unserem Ländchen. So wurden die Orte, die an den Heerstraßen lagen schwer geschädigt. Das betraf besonders Wulfen, Drosa und Dornbock.
1627 halten Truppenteile Wallensteins in Drosa und übernachteten dort und im April 1628 ziehen kaiserliche Truppen unter Colloredo und dem Herzog von Braunschweig-Lüneburg durch Anhalt und suchten Orte wie Thurau, Drosa, Wulfen u.a. heim. In Drosa wird dabei das Kirchendach von den Schweden abgerissen und verbrand.
Die ältesten Ausgrabungen von denen wir Nachricht haben, machte Müller 1692.
Fränkel schreibt, daß Müller (Amtmann von Warmsdorf) ein Denkmal (Groß,steingrab) auf dem Berung (Buchsberg) fand. Er brachte es mit der bekannten Fabel in Verbindung, daß es das Begräbnis des alteren Drusus sei. (mehr dazu unter "Teufelskeller")
Neben slawischen Altertümern wurden bei Ausgrabungen auch Dinge gefunden, die auf eine ältere Bevölkerung hinwiesen. Das trifft hauptsächlich auf den hügelreichen Landstrich, der sich von der Saale bei Bernburg über Latdorf, Borgersdorf, Drosa nach Wulfen erstreckt zu.
Folgende Ausgrabungen sind weiterhin erwähnenswert:

Alles in einem ein historisch interessanter Landstrich, in dem sich Drosa als Wohnstätte hielt und entwickelte.

Die nähere Geschicht gab keine erwähnenswerten Ereignisse.

Bilder alter Postkarten:

    Totale vom Mühlberg

     Wulfener Ecke Lindenstr. (ehem. Konsum )

    Lindenstr. Lohmann- heute Friedrich

   Kindergarten

     Freiheitsplatz  ( Poetsch )

   Dorfteich um 1950

     Kirche von Am Mühlberg

    Totale, aus Nordwest